# 1 Wenn Geburt alte Wunden berührt – über Kontrolle, Sicherheit und innere Heilung
Shownotes
Folge 1 – Wenn Geburt alte Wunden berührt Viele Frauen fühlen sich nach der Geburt erschöpft, irritiert – oder tief erschüttert. Auch wenn auf dem Papier alles „gut gegangen“ ist. Auch wenn niemand etwas falsch gemacht hat. Und dann tauchen Fragen auf wie: Warum trifft mich das so sehr? Warum kann ich es nicht einfach hinter mir lassen? Warum spüre ich immer noch diese innere Unruhe oder Traurigkeit? In dieser Folge bekommst du neue Impulse, wie du verstehen kannst, warum Geburt alte Wunden berührt, und wie du wieder mehr innere Sicherheit, Vertrauen und Verbindung finden kannst. Weiterführende Links: Kostenloses Miniworkbook: 8 Fragen, die dir Orientierung schenken → https://von-innen-gefuehrt.com/8-kluge-fragen-fuer-schwangere/ Livecall mit mir: https://von-innen-gefuehrt.com/geburt-mutterwerden-live-mit-christine/
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00:00:00: Wenn Geburt alte Wunden berührt und wie unsere Geschichte mitschwingt.
00:00:23: Willkommen bei von Ihnen geführt, dem Podcast für Geburt, Verbindung und innere Stärke.
00:00:31: Ich bin Christine Hebamme, Mentorin und Coaching für traumasensible Begleitung rund um Schwangerschaft, Geburt und Muttersein.
00:00:43: In dieser ersten Folge spreche ich mit dir über eine Erfahrung, die viele Frauen tief bewegt und über die doch selten gesprochen wird, weil sie oft schwer in Worte zu fassen ist und weil sie sich nicht gehört anfühlt in einer Gesellschaft, die schnell weitergeht.
00:01:06: Und weil viele Frauen denken, sie müssten sich zusammennehmen, zusammenreißen, dankbar oder glücklich sein, auch wenn ähnlich etwas ganz anderes geschieht.
00:01:21: All das hat einen Grund.
00:01:23: Unsere Empfindungen haben ihre Geschichte.
00:01:27: Und es gibt gute Erklärungen dafür, warum Geburt auch bei scheinbar normalem Verlauf so tief erschüttern kann.
00:01:37: Genau darüber möchte ich heute mit dir sprechen über das Thema, wenn Geburt alte Wunden berührt.
00:01:44: und wie unsere Geschichte mitschwingt.
00:01:48: Warum, alte Wunden, vielleicht fragst du dich das?
00:01:53: Warum heißt diese Folge so?
00:01:55: War es nicht die Geburt selbst, die mich verletzt hat?
00:02:00: So viele Frauen erleben Geburt als überwältigend erschütternd und sogar traumatisch.
00:02:07: Gebären ist ein Prozess, der uns öffnet.
00:02:12: Unser Körper, unsere Emotionen Unser innerstes Erleben.
00:02:18: Eine Frau kehrt buchstäblich ihr innerstes nach außen.
00:02:24: Und genau diese Öffnung kann zu einem tiefen inneren Konflikt führen.
00:02:31: Besonders dann, wenn wir in unserem Leben gelernt haben, dass sich Öffnen bedeutet, verletzt zu werden.
00:02:41: Unser Körper erinnert sich.
00:02:43: Wenn frühere Erfahrungen mit Schmerz, Übergriffigkeit oder Ohnmacht verknüpft sind, dann versucht er uns zu schützen, indem er sich verschließt, anspannt und blockiert.
00:02:59: Geburt bringt uns also nicht nur körperlich an eine Grenze, sie berührt alte, unbewusste Schutzmuster.
00:03:07: Und deshalb spreche ich heute darüber, wie Geburt an die alten Wunden berühren kann.
00:03:14: und warum es so heilsam ist, diese Zusammenhänge zu erkennen.
00:03:20: Wir alle, jede Frau hat im Laufe ihres Lebensstrategien entwickelt, mit Unsicherheiten oder Kontrollverlust umzugehen.
00:03:31: Manchets ihn sich zurück, frieren ein.
00:03:35: So wie Katja zum Beispiel, die bei einem Notfallkaiserschnitt miterleben musste, dass der Schnitt gesetzt wurde, bevor die Anäste sie wirkte und sie konnte nichts sagen.
00:03:50: Katja erzählt mir, dass sie dann alles wie im Film erlebt hat.
00:03:56: Wie wenn sie neben sich gestanden hätte.
00:04:00: Und das ist so, als wie wenn der Körper sagt, okay, niemand hilft, niemand ist da, dann helfe ich dir.
00:04:09: Lass uns hier verschwinden.
00:04:11: Das ist die Dissoziation.
00:04:14: Andere kämpfen, halten durch, reisen sich zusammen, ähnlich angespannt bis zur Erschöpfung.
00:04:23: Und wieder andere verlieren sich selbst, wie zum Beispiel Anna, die der Empfehlung folgte, in die Gebärwände zu gehen, obwohl sie sich darin sehr unwohl fühlte, ungehalten.
00:04:38: Sie passte sich an, Weil die Hebamme wird es ja wissen, sie ist die Expertin, dachte sie.
00:04:46: All das sind intelligente Überlebensstrategien.
00:04:51: Sie haben uns früher geschützt und oft auch gerettet.
00:04:56: Alle diese Reaktionen Rückzug, Anspannung, Anpassung oder Kampf laufen automatisch ab.
00:05:06: Sie sind tief im Inneren, im Unterbewusstsein.
00:05:10: einprogrammiert.
00:05:12: Aber sie sind nicht in Stein gemeißelt.
00:05:14: Denn auch wenn unser Körper gelernt hat, bestimmte Signale mit Gefahr zu verknüpfen.
00:05:21: Wir können heute als Erwachsene neue Erfahrungen machen.
00:05:27: Und wir können beginnen, innere Sicherheit bewusst aufzubauen.
00:05:33: Und das bedeutet, dass wir nicht nur abhängig vom Außen sind, nicht nur ausgeliefert an die Umstände.
00:05:44: Wir haben mehr in der Hand, als du vielleicht im Moment denken magst.
00:05:50: Natürlich braucht es ein unterstützendes Umfeld, doch genauso entscheidend ist, was in uns selbst entsteht, wie wir in uns selbst stehen, wenn wir lernen, mit uns selbst in Verbindung zu bleiben.
00:06:09: und spüren, was wir brauchen und ausdrücken können, was in uns vorgeht.
00:06:17: Wenn wir Grenzen setzen können, uns erden, atmen, fühlen, dann entsteht ein Gefühl der inneren Sicherheit.
00:06:29: Doch ist diese innere Sicherheit nichts, was man einfach hat, was man sich einfach so jetzt neu denken kann?
00:06:39: Sie wächst mit jeder Erfahrung, in der wir uns selbst treu bleiben.
00:06:45: Mit jeder Entscheidung, die wir bewusst treffen, mit jedem Moment, in dem wir uns selbst halten, stützen, zu uns selbst stehen.
00:07:00: Und wenn wir mit uns selbst so verbunden sind, nehmen wir auch, dass auseinanders war.
00:07:07: Das Umfeld spielt natürlich eine große Rolle.
00:07:11: Die Menschen, die uns begleiten während der Geburt, der Ton, die Worte, die Haltung, Blicke, Berührungen, Entscheidungen, all das spielt auch eine große Rolle.
00:07:26: Wenn jemand uns sagt, ich schaue zu dir, ich behalte dich im Auge, sogar dann Wenn du in einer Notfall-Situation landest, wo es dann wirklich um Leben retten geht, du vielleicht einen Kaiserschnitt brauchst oder sonst eine geburtshilfliche Maßnahme.
00:07:50: Wenn da jemand ist und du weißt, diese Person, die behält mich im Auge, die schaut, dass mir nicht passiert.
00:08:01: Dann... kannst du das Ganze so bewältigen, so erleben, dass du am Ende eben nicht traumatisiert wirst.
00:08:13: Unser Nervensystem ist ständig darauf ausgerichtet.
00:08:18: In jeder Sekunde nach Signalen zu suchen, bin ich sicher oder nicht.
00:08:24: Und wenn wir diese Sicherheit wahrnehmen, eben durch Nähe, durch Präsenz, durch mitfühlende Worte, dann kann unser Körper entspannen.
00:08:37: Und wenn das fehlt und wir nur hektik, Sprachlosigkeit, Berührungen ohne Absprache, Entscheidungen über unseren Kopf hinweg erleben, dann reagiert unser System mit Alarm, Flucht, Kampf, Erstarren.
00:08:56: Und das ist der Moment, in dem sich Kontrollverlust wie ein Verlust von Sicherheit anfühlt und nichts mit loslassen zu tun hat.
00:09:07: Geburt ist kein Test, kein Leistungs-Event.
00:09:12: Geburt ist kein Prozess, in dem wir uns beweisen müssen, gut sein müssen, sondern ein tiefgreifender Übergang.
00:09:22: Und wie jeder Übergang im Leben braucht sie, braucht es dafür sichere Räume, physisch, und emotional, innerlich, klare, ehrliche Kommunikation, wirkliche Beteiligung und Wissen um die Macht der Geschichte.
00:09:43: Denn unsere Geschichte ist immer dabei, auch im Kreissaal, auch im Geburtshaus, auch zu Hause.
00:09:53: Ich möchte an dieser Stelle etwas mit dir teilen.
00:09:57: Meine erste Geburt.
00:09:58: Es war eine geplante Hausgeburt.
00:10:01: Ich hatte mich ganz bewusst dafür entschieden, weil ich mich der Geburtskultur im Krankenhaus nicht aussetzen wollte.
00:10:10: Sie erschien mir zu technisch, zu kontrollierend, zu fremd, zu übergriffig.
00:10:17: Ich wollte in Sicherheit gebären.
00:10:19: In einem vertrauten Umfeld mit Menschen, denen ich vertraute.
00:10:24: Doch auch zu Hause konnte sich mein Körper nicht leicht öffnen.
00:10:29: Die Wehen kamen, doch sie kamen zu zackhaft, etwas blockierte.
00:10:37: Es war eine sehr lange Geburt, mindestens zwei Tage.
00:10:43: Obwohl die Bedingungen gut waren, obwohl ich begleitet war.
00:10:47: Am Ende musste ich doch in die Klinik und es kam zur Vakumgeburt.
00:10:54: Und erst viel, viel später habe ich verstanden, warum mein Körper nicht loslassen konnte.
00:11:02: Tief in mir wirkte eine unbewusste Überzeugung.
00:11:08: Diese Welt ist Kindern nicht freundlich gesinnt.
00:11:13: Und mit dieser Prägung, die natürlich aus meinem Familiensystem Aus meiner Familienkultur, aus meinen Erfahrungen entstanden ist, konnte ich mit dieser Überzeugung keine Sicherheit empfinden, selbst nicht im geschützten Raum.
00:11:34: Heute weiß ich, tiefe innere Überzeugungen prägen, wie wir gebären.
00:11:41: Deshalb ist es so wichtig, unsere Geschichte zu verstehen, nicht um Schuld zu suchen.
00:11:48: sondern um uns selbst besser zu erkennen.
00:11:52: Wenn wir also eine neue Geburtskultur wollen, dann beginnt sie in uns selbst, nicht im Kreißsaal.
00:12:02: Zum Schluss möchte ich dich ermutigen, deine Geschichte mitzunehmen und zwar nicht als Last, sondern als Lehrmeisterin oder als Kompass vielleicht.
00:12:17: Du darfst spüren, was du spürst.
00:12:21: Du darfst dich zeigen mit allem, was dich ausmacht.
00:12:26: Und du darfst für dich einstehen.
00:12:29: Für deine Sicherheit, für deine Würde, deine Geburt.
00:12:34: Den Geburt geschieht von innen heraus.
00:12:38: Und wenn wir Frauen wieder beginnen, unsere innere Führung wahrzunehmen.
00:12:45: und uns damit wirklich zu verbinden, verändern wir nicht nur unsere Geburten, wir verändern die Welt.
00:12:55: Es ist wichtig, wie wir Menschen geboren werden.
00:13:00: Unsere allerersten Erfahrungen, noch bevor wir Worte dafür haben, prägen, wie sicher wir uns in dieser Welt fühlen, ob wir willkommen sind, ob wir vertrauen können, ob Verbindung sich gut anfühlt.
00:13:16: und genau hier beginnt die Welt von morgen.
00:13:20: Denn wer mit Sicherheit, Liebe und Verbundenheit ins Leben startet, kann sich zu einem starken, einfühlsamen und freien Menschen entfalten und diese Welt ein Stück heller machen.
00:13:39: Danke, dass du heute dabei warst, wenn dich diese Folge berührt oder bestärkt hat.
00:13:45: Teile sie gern mit anderen Frauen, denen sie gut tun könnte.
00:13:50: Weitere Impose, Angebote und Termine findest du auf meiner Webseite.
00:13:55: Und wenn du tiefer einsteigen möchtest, begleite ich dich gern auf deinem Weg.
00:14:01: Zurück in deine Kraft, in deine innere Führung.
00:14:08: Herzlich, deine Christine!
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